ZTE Axon 9 Pro

Technische Daten

  • Farben: Blau
  • Display: 6.21" AMOLED, 2248*1080 Pixel, HDR10
  • Akku: 4000mAh
  • Arbeitsspeicher: 6GB (, 8GB)
  • Speicher: 128GB (, 256GB)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 845
  • Frontkamera: 12MP AF + 20MP FF (Weitwinkel)
  • Selfiekamera: 20MP


Für den Test wurde ein Axon 9 Pro mit 6GB Arbeitsspeicher (und 128GB Speicher) verwendet.

Kurzfassung / Fazit

Das Axon 9 Pro ist mit dem aktuellem Octa-Core Snapdragon 845 und großen 6GB RAM sowohl technisch als auch im Praxiseinsatz vergleichbar mit den aktuellen Flaggschiffen anderer Hersteller. Das Display stellt Bilder und Videos dank Kalibrierung und HDR10 Unterstützung sehr gut dar. Zusätzlich bietet ein Video-Interpolierung-Chip flüssige Wiedergabe und sichtbare Verbesserungen für Bild- und Videomaterial sowie auch Spiele. Mit einem Preis von derzeit 649€ ist das Axon 9 Pro allerdings auf dem Niveau eines Huawei P20 Pro oder Samsung Galaxy S9+.

Ein weiterer starker Konkurrent ist zudem das gerade erschienene Oneplus 6T. Dies bekommt man für etwa 100€ weniger, hat dafür weder eine Induktive Ladefunktion (Qi) noch eine IP-Schutzklassen Zertifizierung.


Positiv hervorzuheben ist zudem die freiwillige Garantieleistung seitens des Herstellers: ZTE bietet wie bereits beim Axon 7 die VIP Garantie an. Diese erweitert den Garantieanspruch um 1 Jahr auf insgesamt 3 Jahre. Während des kompletten Zeitraums ist zudem die einmalige Reparatur eines Wasserschadens inklusive. Auch wird innerhalb der ersten 6 Monate ein Displayschaden kostenlos behoben. (Diese Information ist für die in Deutschland verkauften Modelle, in anderen Ländern kann die Garantieleistung möglicherweise auch aufgrund der lokalen Gesetzeslage abweichen).


Das Axon 9 Pro konnte uns außerdem in einigen zum Teil nicht beworbenen Funktionen überraschen. Darunter fallen folgende Punkte:


HDMI über USB-C ist möglich, bei einem Test eines USB-C Hubs [1] mit HDMI, USB 3.0 sowie Stromeingang mit USB-PD konnten wir sowohl den USB Port als auch HDMI mit Bild und Ton benutzen, während das Axon 9 Pro gleichzeitig geladen wird. Uns liegt hier lediglich das Ladegerät des Pixel 2 XL als Power Delivery fähiges Netzteil vor. Dieses scheint jedoch nicht genügend Leistung aufbringen zu können, sodass bei diesem das Axon 9 Pro "normales Laden" anzeigt. Wir vermuten, dass mit stärkeren USB-PD Netzteilen auch Schnellladen unterstütz wird. Nichtsdestotrotz kann dank der QC4+ Technologie sowie der Abwärtskompatibilität auch an Netzteilen mit der QuickCharge Technologie schnell geladen werden. Somit auch an dem Mitgelieferten Ladegerät, welches wie beim Axon 7 schon QC3 Unterstützt.


Weder das Axon 7 noch das Pixel 2 XL unterstützen die Videoausgabe über USB-C.


Das Analoge Audiosignal über USB-C kann mit den mitgelieferten Kopfhörern benutzt werden. Das bedeutet, dass im Gegensatz zu Smartphones wie z.B. den Google Pixel Geräten kann analoges Audiozubehör angeschlossen werden. Zudem sollten die meisten USB-C - Klinke Adapter mit dem Axon 9 Pro funktionieren. (Analog sowie Digital)


Dank Widevine Level 1 Zertifizierung können sogar HDR10-Inhalte über Streaming Anbieter wie Netflix problemlos über das Axon 9 Pro abgespielt werden.


Mithilfe der beliebten Camera 2 API ist es möglich, Drittanbieter-Apps mit dem Axon 9 Pro zu verwenden.



Pro Kontra
- Widevine Level 1 Zertifizierung
- Camera2 API
- Gutes HDR10 AMOLED Display
- Qi Standard zum Drahtlosen Laden
- Weitwinkelkamera
- HDMI Unterstützung über den USB C Port
- Dual-Sim
- Stereolautsprecher
- Kein Klinkenstecker
- Seitlicher Stereolautsprecher
- Fingerabdruckmagnet
- Hybrid-Sim-Slot
- derzeit keine Daydream-Zertifizierung


Design und Verarbeitung


Axon 9 Pro Front Axon 9 Pro Rückseite


Das Axon 9 Pro ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Axon 7, in einem Glasgehäuse. Sowohl die Front als auch die Rückseite sind komplett aus Glas, während auf der Seite ein Metallrahmen verbaut wurde. Das sieht einerseits gut aus und erlaubt die Nutzung von drahtlosem Laden. Bringt andererseits allerdings auch Nachteile mit sich. Gerade die Glasrückseite ist hierbei ein Fingerabdruckmagnet und ist zudem auf glatten Unterseiten recht rutschig. Hier schafft nur eine Hülle Abhilfe.


Der am unteren Ende des Smartphones befindliche Lautsprecher befindet sich unten seitlich im Smartphone statt auf der Frontseite. Leider kommt des damit schnell vor, dass man diesen bei der Wiedergabe von Videos mit der Hand verdeckt.

Bildschirm

Ein auffälliger Unterschied gegenüber dem Axon 7 ist hier natürlich die Notch. Diese fällt hier auch nicht gerade klein aus. In der Notch befinden sich eine Benachrichtigungs-LED, die Selfiekamera, ein RGB-Sensor sowie der Näherungssensor. Neben der Notch ist leider nicht viel Platz für Benachrichtigungen. Hier wird lediglich ein Benachrichtigungssymbol auf einmal angezeigt. Weitere Benachrichtigungen werden mit einem Punkt rechts des ersten Icons angezeigt. Die Symbole für GPS, Bluetooth usw. werden in einer Animation bei einer Änderung am rechten Rand eingeblendet und sind somit erkennbar.


Das Display des Axon 9 Pro löst mit 2248*1080 Pixeln geringer auf als der Vorgänger Axon 7 sowie einige aktuelle Flaggschiffe. ZTE geht damit einen ähnlichen Weg wie z.B. OnePlus. In der Praxis fällt zumindest mir persönlich der Unterschied auf der Displaygröße nicht spürbar auf. Durch das AMOLED Display sind die Farben kräftig und die Kontraste deutlich. Gerade mit HDR Inhalten zusammen zeigt das Axon 9 Pro ein sauberes, deutliches und angenehmes Bild. Die niedrigere Auflösung könnte zudem eine bessere Akkulaufzeit mit sich bringen, dies ist jedoch nur eine Vermutung.


ZTE legt hier generell sehr viel Wert auf eine gute Bildwiedergabe. Unter dem Namen "Axon Vision" sind hier einige Funktionen zusammengefasst. So ist das Display des Axon 9 Pro mit einer Farbgenauigkeit von ∆E<2 kalibriert und unterstützt HDR 10. Ein RGB Sensor passt zudem die Farbtemperatur des Displays an das Umgebungslicht an. Videos werden optional mithilfe eines MEMC (motion estimation, motion compensation = Bewegungsschätzung, Bewegungskompensation) mit bis zu 500 Megapixeln pro Sekunde verarbeitet. Der MEMC Chip generiert hier zusätzliche Zwischenbilder bei Videos mit 24 bis 30 Bildern pro Sekunde um diese auf 60 Bilder pro Sekunde auszubessern. Das soll zu weniger Bewegungsunschärfe sowie einem angenehmeren Bilderlebnis führen.


Auch zu erwähnen ist, dass das Axon 9 Pro mit einer Widevine L1 Lizenzierung daher kommt. Netflix in HD sowie HDR kann somit in voller Qualität genossen werden.

Performance

Hier kann das Axon 9 Pro mit seinem Snapdragon 845 sowie den 6GB RAM mit den aktuellen Topgeräten gut mithalten. Der Wechsel zwischen verschiedenen Apps läuft flüssig. Zudem werden Apps lange im Zwischenspeicher vorgehalten. Auch aktuelle Spiele sind für das Axon 9 Pro kein Problem. Nachfolgend die Benchmark Werte von Antutu, 3DMark und Geekbench. Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.


Axon 9 Pro - Geekbench - Singlecore Geekbench Singlecore Axon 9 Pro - Geekbench - Multicore Geekbench Multicore Axon 9 Pro Benchmark AnTuTu Antutu Benchmark Axon 9 Pro Benchmark 3DMark Slingshot 3DMark Slingshot



Bei Spielen wird das Axon 9 Pro zudem kaum warm und der große Akku hält auch wirklich lange durch. In den letzten Wochen haben wir das Axon 9 Pro hier auch testweise für das gute alte Pokémon Go verwendet, trotz eingeschalteter Ortung kamen am Ende des Tages fast 7 Stunden SoT (Screen on Time / Zeit mit eingeschaltetem Bildschirm) zusammen.


Der dual SIM Slot bietet dual standby mit dual LTE, beide SIM Karten sind somit über LTE erreichbar. Beim Axon 7 war das z.B. noch nicht der Fall. Einer der SIM Karten Slots dient zudem alternativ als SD Karten Slot.

Konnektivität

Das Axon 9 Pro bietet hier folgende Schnittstellen: NFC (z,B, für kontaktloses bezahlen mit Google Pay), Bluetooth 5.0, dual band WLAN mit 2x2 MIMO (maximale Geschwindigkeit: 866Mbit/s), USB Typ C. Der USB Typ C Anschluss kommt zudem mit Support für analoge Audiosignale und Videoausgang daher und ist intern mit USB 3.0 angebunden, erreicht also 5Gb/s.

Kamera

Der Kameratest fällt etwas ausführlicher aus. Hier musste die Kamera des Axon 9 Pro gegen das Axon 7, das Pixel 2 XL antreten. Alle Kameras wurden für den Vergleich im Automatik Modus betrieben.

Die Bilder der ZTE Geräte sind hierbei mit einem Wasserzeichen gekennzeichnet. Es wurden keine Veränderungen vorgenommen.

Die Originalversion kann in der Galerie aufgerufen werden.


Ein Archiv aller Vergleichsbilder ist außerdem unter folgender Adresse abrufbar:

z-union_axon9pro_comparison.zip


In dem Archiv befinden sich zusätzlich Bilder einer Einsteiger DSLR in Form einer Nikon D3400 im Automatik oder P-Modus.



Weitere Bilder (geschossen auf dem Axon 9 Pro) können zudem hier heruntergeladen werden:

z-union_axon9pro_pictures.zip


Was bei der Kamera im Vergleich mit dem Axon 7 sowie dem Pixel 2 sofort ins Auge springt: Das Axon 9 Pro verwendet im Gegensatz zu dem 16:9 Format der beiden Vergleichsgeräte ein 4:3 Format. Es ist möglich in 16:9 zu fotografieren, allerdings reduziert sich die Auflösung damit auf 9MP. Meiner Meinung nach ist es hier daher sinnvoller, die Bilder direkt mit der vollen Auflösung aufzunehmen und bei Bedarf zuzuschneiden.


Zusätzliche Anmerkung: Bei allen Smartphones war der Auto HDR Modus aktiviert.

Universitätsbibliothek Heidelberg

Axon 9 Pro Normal - Universitätsbibliothek Heidelberg Axon 9 Pro - Normal Axon 9 Pro Weitwinkel - Universitätsbibliothek Heidelberg Axon 9 Pro Weitwinkelkamera Pixel 2 XL - Universitätsbibliothek Heidelberg Pixel 2 XL Axon 7 - Universitätsbibliothek Heidelberg Axon 7

Landschaftsfotografie

Axon 9 Pro Weitwinkel - Landschaftsfotografie Axon 9 Pro Weitwinkelkamera Axon 9 Pro - Landschaftsfotografie Axon 9 Pro Axon 7 - Landschaftsfotografie Axon 7 Pixel 2 XL - Landschaftsfotografie Pixel 2 XL


Hier fällt besonders die Unterschiedliche Farbgebung der Bilder auf. Während das Pixel 2 XL sowie das Axon 7 sich farblich ähneln sehen die Aufnahmen des Axon 9 Pro deutlich "farbiger" aus. Zudem hat die Weitwinkelkamera hier einen deutlich größeren Blauanteil.

Makro / natürliches Bokeh

Axon 9 Pro - Makro Axon 9 Pro Axon 9 Weitwinkel - Makro Axon 9 Weitwinkel Axon 7 - Makro Axon 7 Pixel 2 XL - Makro Pixel 2 XL


Hier lässt sich gut erkennen, dass der Fokuspunkt des fixen Fokus der Weitwinkelkamera weiter in der Ferne liegt als das Fotomotiv. der Hintergrund ist scharf, der Vordergrund verschwimmt dafür etwas. Jedoch muss man hier natürlich sagen, dass eine Weitwinkelkamera nicht unbedingt für den Makrobereich vorgesehen ist.

Die Farben beim Axon 9 Pro sind hier wieder einmal ausgeprägter als beim Axon 7 sowie dem Pixel 2 XL.


Weitere Bilder

Eine Auswahl an weiteren Testbildern mit dem Axon 9 Pro:

Bewegte Objekte


Axon 9 Pro: Wasserfall An diesem Bild lässt sich erkennen, dass das Axon 9 auch mit bewegten Objekten noch gut klar kommt.


Gegenlicht

Axon 9 Pro Weitwinkel: Gegenlicht Weitwinkelkamera mit Gegenlicht Axon 9 Pro: Gegenlicht Gegenlicht ohne Weitwinkel


Bei Gegenlicht kommt es zu einem gut sichtbaren Lens-flare Effekt, das Motiv ist aber ansonsten noch erstaunlich gut erkennbar. Hier leistet die Automatik eine gute Arbeit.


Goldene Stunde

Axon 9 Pro Weitwinkel: Goldene Stunde Weitwinkelkamera Axon 9 Pro: Goldene Stunde Ohne Weitwinkelkamera


Hier noch ein Vergleich zwischen der Weitwinkelkamera sowie der "normalen" Kamera zur goldenen Stunde. Das Axon 9 Pro macht hier wirklich sehr schöne Bilder.

Dämmerung

Axon 9 Pro: Dämmerung Bild 1 Axon 9 Pro: Dämmerung Bild 2


Auch bei der Abenddämmerung muss sich das Axon 9 Pro noch nicht verstecken. Beide Bilder sind aus der Hand geschossen und bieten trotz der schwieriger werdenden Lichtverhältnisse dennoch gute und detailreiche Ergebnisse.

Nacht

Axon 9 Pro: Nacht


Nachts kommt das Axon 9 Pro gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen an seine Grenzen. Trotz der schwierigen Lichtverhältnisse sind hier zwar noch alle Objekte zu erkennen, jedoch ist hier ebenso ein Rauschen zu erkennen. Durch die Augenscheinlich längere Belichtungszeit wirken manche Details zudem etwas verwaschen.

Selfie Kamera

Die Selfie Kamera haben wir bisher nicht gesondert getestet. Sollte Bedarf da sein können wir hierzu jedoch einen Test nachreichen. Allerdings gibt es auch hier ein paar Informationen, die wir an dieser Stelle loswerden möchten. Bei der Selfiekamera gibt es jedoch eine Besonderheit: Die angegebenen 20MP der Kamera können (zumindest zum Zeitpunkt des Verfassens) NICHT genutzt werden. Es sind lediglich 4MP auswählbar. Standardmäßig steht die Kamera hier auf "Smart- Automatischer Wechsel". Im Smart Modus wird die Auflösung, vermutlich anhand des Verfügbaren Umgebugslichtes, angepasst. Die niedrigere Auflösung liegt wohl daran, dass hier ein 2*2 binning verwendet wird. D.h. 4 Pixel der 20MP Kamera werden jeweils als einer genutzt. Das sollte gerade in dunkleren Bereichen bessere Bilder ermöglichen. Das funktioniert - gerade mit der Gesichtserkennung - auch erstaunlich gut. Diese funktioniert auch in Bereichen bei denen die meisten Kameras schon längst aussteigen.

Preis und Verfügbarkeit

Das Axon 9 ist derzeit ab 649€ in der Version mit 6GB Arbeitsspeicher zu kaufen.



[1] Folgender Hub wurde verwendet: Anker 3-in-1 USB-C Hub Adapter